Sind Sie optimal optimiert?

Beine tragen poppige Socken in weiß, gelb, schwarz, schwarze Birkenstock auf gelber Treppe

Dieser Satz bringt mich auf die Palme: Werde die beste Version deiner selbst! Ich kann es nicht mehr hören. Denn in dieser dreisten Aufforderung wird uns allen unterstellt, es würde nicht reichen, wie wir sind.

Die Selbstoptimierungs-Industrie lebt sehr gut davon, den Menschen buchstäblich zu verkaufen, sie wären Mängelwesen. 
Es geht dabei vordergründig um ästhetische Kriterien und körperliche Leistungsdaten. In einem weiteren Sinn geht es auch um die Optimierung des Wertschöpfungspotenzials und die Verhinderung echter Selbstermächtigung. Sie befeuert den gegenseitigen Wettbewerb, verhindert tiefe Verbundenheitserfahrungen und hält uns von wesentlichen Erfahrungen ab. 

Ich möchte mit einem Gegenangebot kommen. Wie klingt für Sie, wenn ich sage:
 

"Leute, so wie ich bin, bin ich OK. Wo ich stehe – und WIE ich hier stehe, erzählt meine Geschichte. Ich bin die Autorin und meine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende."


Auch die Weiterbildungs-Branche wird von Aposteln der Selbstoptimierung heftigst bespielt. Dabei stehen Methode und Ziel oft in einem schrägen Verhältnis: Der Weg zum persönlichen und beruflichen Glücksoptimum kommt mir da oft sehr angestrengt und ernst rüber. Von befreiender Leichtigkeit und Zuversicht kann jedenfalls nur selten die Rede sein. 

Wir von Organos bieten Weiterbildungen an für Menschen, die mit Menschen arbeiten. Wir streben danach, die Handlungskompetenz unserer Teilnehmer*innen zu vertiefen und Reflexionsprozesse anzuregen, die nicht bei der eigenen Person stehenbleiben. Unser Credo: Wir lehnen Absolutheits-Ansprüche ab und bemühen uns um die Würdigung jeden individuellen Versuchs, das Leben zu bewältigen. Wir sind sehr demütig und vorsichtig mit der Zuschreibung von gelungenem Leben und von gescheiterten Wegen. 

Beste Grüße!
Lisbeth Koller