Anmeldung
Inhalt
Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing) ist ein personenzentrierter, direktiver Interventionsansatz, mit dem Ziel, die intrinsische Motivation zur Verhaltensänderung aufzubauen, sowie Menschen auf ihrem gesamten Weg des Wachstums und der Entwicklung zu begleiten. Aufgrund seiner Wirksamkeit findet MI in den letzten Jahren besondere Beachtung. Dieser Ansatz umfasst neben einer spezifischen Grundhaltung (Spirit) vor allem auch Gesprächsstrategien, die Menschen zu Entwicklungsprozessen anregen und diese über den Status quo und mögliche Veränderungen nachdenken lassen.
Durch Empathie können Ansätze zur Motivationsbildung gefunden und Gegenreaktionen vermieden werden. Das Fördern von Selbstwirksamkeit gilt, neben dem Entwickeln von Diskrepanz zwischen gegenwärtigem Verhalten und den Zielen der Person, als Grundprinzip. Konflikthafte Gesprächssituationen werden als Hinweis verstanden, dass die Intervention der Beratenden nicht zur Änderungsbereitschaft der Person gepasst hat. Gezielte Methoden erlauben es, mit solchen Konflikten konstruktiv umzugehen.
Inhalt
- Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung (TTM) nach Prochaska und DiClemente
- Grundhaltung (Spirit) der Motivierenden Gesprächsführung
- Die 4 Aufgaben (Tasks) der Motivierenden Gesprächsführung
- Die Techniken (OARS) der Motivierenden Gesprächsführung
Wie wirkt Motivational Interviewing?
Für Klient*innen
- Förderung von Selbstmanagement
- Fürsprecher*in der eigenen Veränderung
- Eigene Ziele formulieren: Sinnerleben, Kohärenz, Salutogenese
- Nachhaltige Selbstentwicklung, Empowerment, Hoffnung
Für Berater:innen
- Burnout-präventiv
- Kraft sparen: Verantwortung dahingeben, wo sie hingehört
- Ethik und Haltung ermöglichen gesunde Gesprächskultur
- Orientierung in schwierigen Situationen
- Hoffnung nicht verlieren
Ziele
Die Teilnehmer:innen
- erhalten ein fachliches Werkzeug, um ohne Druck Betroffene unterstützen zu können, die Eigenmotivation zu erkennen, diese zu stärken und für die Verhaltensänderung zu nutzen.
- lernen Ambivalenz und Abwehrreaktion als fruchtbaren und umgänglichen Teil des Beratungsprozesses kennen.
- erkennen die Ausprägung des eigenen "Korrektur - Reflexes".
- sammeln Erfahrungen mit dem veränderungsfördernden „Aktiven Zuhören“ als Beratungsstil.
Methoden und Umsetzung
Der größte Teil der Inhalte wird in Theorie und Praxis, durch Rollenspiele und Diskussion vermittelt. So kann Gehörtes gleich ausprobiert und geübt werden. Im zweitägigen Training wechseln anwendungsorientierte Theorie-Inputs, Praxisübungen und Auswertungen einander ab. Die kurzen theoretischen Einheiten zu Gesprächsinterventionen bereiten die praktische Übung vor. In Kleingruppenübungen können die Teilnehmenden anhand der thematisierten Interventionen experimentieren und anschließend vom Feedback und der Auswertung im Plenum profitieren. Abschließend wird der Transfer in die eigene tägliche Praxis vorbereitet.
Zielgruppe